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Hund erbricht: Ursachen, Warnsignale & was jetzt wirklich hilft

24. Januar 2026 Tierärztin Dorothea Kornat 8 Min. Lesezeit
Hund erbricht Tierarzt Paderborn Ursachen Behandlung Notfall

Foto: Freepik

Notfall? Rufen Sie sofort an!

Erbricht Ihr Hund Blut, hat einen aufgeblähten Bauch oder mehrfaches Erbrechen? Das sind lebensbedrohliche Notfälle! Keine Zeit verlieren.

24/7 Notdienst Paderborn: 05251/8786101

Ihr Hund erbricht und Sie sind beunruhigt? Keine Panik! Erbrechen beim Hund kann viele Ursachen haben - von harmlosem zu schnellem Fressen bis zu ernsten Erkrankungen wie Magendrehung. Als Tierärztin in Paderborn sehe ich täglich Hunde mit Erbrechen in meiner Praxis.

In diesem Artikel erkläre ich Ihnen die häufigsten Ursachen für Erbrechen, wann Sie sofort handeln müssen und wie Sie Ihrem Vierbeiner helfen können.

Was die Farbe des Erbrochenen bedeutet

Die Farbe und Konsistenz des Erbrochenen gibt wichtige Hinweise auf die Ursache:

1. Gelber Schaum / Gelbe Flüssigkeit

Aussehen: Schaumig, gelblich, manchmal mit Schleim

Ursache: Galle - der Magen ist leer (z.B. morgens vor dem Fressen). Meist harmlos, aber bei häufigem Auftreten Tierarzt aufsuchen!

2. Weißer Schaum

Aussehen: Weißer, schaumiger Auswurf

Ursache: Magensäure und Luft - ebenfalls leerer Magen. Kann aber auch auf Magenschleimhautentzündung hindeuten.

3. Blut im Erbrochenen (rot oder braun)

Aussehen: Frisches rotes Blut ODER braun wie Kaffeesatz

NOTFALL! Kann auf Magengeschwür, Fremdkörper, Vergiftung oder innere Blutungen hindeuten. Sofort zum Tierarzt!

4. Grün/Grünlich

Aussehen: Grünliche Flüssigkeit

Ursache: Galle aus dem Dünndarm - kann auf Darmverschluss hindeuten! Tierarzt aufsuchen!

Erbrechen beim Hund: Die 3 Dringlichkeitsstufen

SOFORT zum Tierarzt (Notfall!):

  • Blut im Erbrochenen - rot oder braun wie Kaffeesatz
  • Aufgeblähter, harter Bauch - Verdacht auf Magendrehung (lebensbedrohlich!)
  • Mehrfaches Erbrechen ohne Erfolg - würgen ohne dass etwas kommt
  • Extreme Schwäche oder Kollaps
  • Blasses Zahnfleisch (Schock!)
  • Starke Bauchschmerzen - Hund krümmt sich, winselt
  • Verdacht auf Vergiftung (nach Giftköder, Rattengift, Schokolade etc.)
  • Welpe erbricht mehrfach - schnelle Dehydration!

Heute noch/innerhalb 24h zum Tierarzt:

  • Erbrechen seit mehr als 24 Stunden
  • Mehrfaches Erbrechen (3+ Mal am Tag)
  • Durchfall zusätzlich zum Erbrechen
  • Hund frisst oder trinkt nicht mehr
  • Fieber (über 39,5°C)
  • Grünes Erbrochenes
  • Hund ist schlapp, apathisch
  • Gewichtsverlust bei chronischem Erbrechen

Beobachten & bei Verschlechterung zum Tierarzt:

  • Einmaliges Erbrechen, danach wieder fit
  • Hund hat zu schnell gefressen oder zu viel getrunken
  • Hund hat Gras gefressen und erbricht danach (1-2 Mal)
  • Gelber Schaum morgens auf nüchternen Magen (gelegentlich okay)
  • Hund frisst und trinkt normal
  • Kein Fieber, gutes Allgemeinbefinden

Die häufigsten Ursachen für Erbrechen beim Hund

1. Zu schnelles Fressen

Die häufigste harmlose Ursache - besonders bei verfressenen Hunden!

Zu schnelles Fressen erkennen:

  • Hund schlingt sein Futter herunter
  • Erbricht kurz nach dem Fressen unverdautes Futter
  • Frisst das Erbrochene oft wieder (eklig, aber normal!)
  • Passiert besonders bei Mehrhundehaltung (Futterneid)

Lösung: Anti-Schling-Napf verwenden, Futter portionieren, ruhige Fütterungsumgebung schaffen.

2. Futterunverträglichkeit oder Futterwechsel

Plötzlicher Futterwechsel oder unverträgliche Inhaltsstoffe können Erbrechen auslösen.

Symptome: Erbrechen einige Stunden nach dem Fressen, oft kombiniert mit Durchfall, Bauchgrummeln

Wichtig: Futterwechsel immer langsam über 7-10 Tage! Altes und neues Futter mischen und Verhältnis schrittweise ändern.

3. Gras fressen

Fast alle Hunde fressen gelegentlich Gras - oft um sich danach zu übergeben.

Warum? Magenverstimmung, Langeweile, Instinkt. Gelegentlich ist das normal! Bei exzessivem Grasfressen oder häufigem Erbrechen danach: Tierarzt aufsuchen.

4. Magen-Darm-Infekt (Gastroenteritis)

Viren, Bakterien oder Parasiten können Magen und Darm reizen.

Magen-Darm-Infekt erkennen:

  • Mehrfaches Erbrechen
  • Durchfall (oft kombiniert)
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen
  • Teilnahmslosigkeit

Wichtig: Besonders Welpen können schnell dehydrieren! Bei mehrfachem Erbrechen immer zum Tierarzt.

5. Verschluckter Fremdkörper

Hunde fressen alles Mögliche - Socken, Spielzeug, Knochen, Steine...

Symptome: Plötzliches Erbrechen, Würgen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, unproduktives Würgen

NOTFALL bei Verdacht! Fremdkörper können Darmverschluss verursachen - lebensbedrohlich!

6. Vergiftung

Giftköder, Rattengift, Schokolade, Weintrauben, Zwiebeln, Schneckenkorn - viele Substanzen sind für Hunde giftig!

NOTFALL Vergiftung!

Symptome: Plötzliches starkes Erbrechen, Zittern, Krämpfe, Speicheln, Durchfall, Atemnot

Sofort zum Tierarzt! Substanz wenn möglich mitbringen (Verpackung, Erbrochenes).

7. Magendrehung (Torsio ventriculi)

Lebensbedrohlicher Notfall - besonders bei großen Hunden mit tiefem Brustkorb!

Magendrehung erkennen - SOFORT handeln!

  • Würgen ohne Erbrechen - nichts kommt
  • Extrem aufgeblähter, harter Bauch
  • Starke Unruhe, Hund läuft hin und her
  • Starkes Hecheln, Speicheln
  • Schwäche bis Kollaps
  • Blasses Zahnfleisch

JEDE MINUTE ZÄHLT! Sofort zum Tierarzt - OP nötig!

8. Chronische Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

Bei wiederholtem Erbrechen über längeren Zeitraum.

Symptome: Regelmäßiges Erbrechen von gelbem Schaum (besonders morgens), Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Bauchschmerzen

9. Organerkrankungen

Nieren-, Leber-, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen können Erbrechen auslösen.

Typisch: Chronisches Erbrechen, Gewichtsverlust, erhöhter Durst, Gelbfärbung (Leber), schlechter Atem

10. Reisekrankheit

Manche Hunde werden beim Autofahren übel - wie Menschen!

Symptome: Speicheln, Unruhe, Erbrechen während/nach Autofahrt

Was kann ich zu Hause tun? Erste Hilfe bei Erbrechen

Sofortmaßnahmen bei Erbrechen:

  1. Ruhe bewahren - nicht jedes Erbrechen ist ein Notfall!
  2. Hund beobachten: Wie oft erbricht er? Was kommt raus? Wie geht es ihm?
  3. Foto machen vom Erbrochenen - eklig, aber hilft dem Tierarzt enorm bei der Diagnose!
  4. Temperatur messen - Normal: 38-39°C, Fieber ab 39,5°C
  5. Futterentzug 12-24 Stunden - Magen beruhigen (aber nur bei einmaligem Erbrechen!)
  6. Wasser in kleinen Mengen anbieten - Dehydration vermeiden (schluckweise alle 15 Min.)
  7. Schonkost nach Futterentzug: Gekochtes Hühnchen mit Reis (ungewürzt)

Tierarzt-Tipp:

Machen Sie ein Foto vom Erbrochenen! Ich weiß, das ist unangenehm - aber die Farbe und Konsistenz geben uns wichtige Hinweise auf die Ursache. Ist Blut dabei? Galle? Fressbares? Das alles hilft bei der Diagnose. Auch ein Video vom Vorgang des Erbrechens kann hilfreich sein!

Diese Fehler NICHT machen!

Gefährlich - bitte NICHT tun:

  • ❌ Medikamente für Menschen geben: Viele sind für Hunde giftig!
  • ❌ Bei mehrfachem Erbrechen weiter füttern: Verschlimmert die Situation!
  • ❌ Erbrechen selbst herbeiführen: Nur auf tierärztliche Anweisung bei Vergiftung!
  • ❌ Milch geben: Verschlimmert oft Magen-Darm-Probleme
  • ❌ Zu lange warten: Dehydration kann lebensbedrohlich werden, besonders bei Welpen!
  • ❌ Nach Magendrehung-Symptomen noch abwarten: Jede Minute zählt!

Was macht der Tierarzt bei Erbrechen?

1. Anamnese & Untersuchung

  • Seit wann erbricht der Hund?
  • Wie oft? Wie sieht das Erbrochene aus? (Darum: Foto zeigen!)
  • Wann erbricht er? (Nach Fressen, morgens, nachts?)
  • Was hat er gefressen? Futterwechsel? Giftiger Zugang möglich?
  • Zusätzliche Symptome? (Durchfall, Fieber, Schwäche?)
  • Abtasten des Bauches (Schmerzen? Fremdkörper? Magendrehung?)
  • Schleimhautkontrolle (Dehydration? Schock?)
  • Temperaturmessung

2. Diagnostik (je nach Verdacht)

  • Blutuntersuchung: Entzündung, Organwerte (Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse), Elektrolyte
  • Röntgen: Fremdkörper, Magendrehung, Darmverschluss erkennen
  • Ultraschall: Magen-Darm-Trakt, Organe beurteilen
  • Endoskopie: Magenspiegelung bei Verdacht auf Fremdkörper oder Magenschleimhautentzündung
  • Kotuntersuchung: Parasiten, Bakterien

3. Behandlung (je nach Ursache)

  • Magen-Darm-Infekt: Infusionen, Antibiotika wenn bakteriell, Schonkost, Antiemetika (gegen Übelkeit)
  • Futterunverträglichkeit: Ausschlussdiät, hypoallergenes Futter
  • Fremdkörper: Entfernung endoskopisch oder chirurgisch - OP oft nötig!
  • Magendrehung: NOTFALL-OP! Magen zurückdrehen und fixieren
  • Vergiftung: Infusionen, Aktivkohle, spezifische Antidote, stationäre Überwachung
  • Chronische Gastritis: Magenschutz, Diät, Medikamente gegen Übelkeit
  • Organerkrankungen: Je nach Organ - lebenslange Medikation, Spezialfutter

Erbrechen vorbeugen: So geht's!

So minimieren Sie das Erbrechen-Risiko:

  • Anti-Schling-Napf verwenden: Verhindert zu schnelles Fressen
  • Futterwechsel langsam durchführen: Über 7-10 Tage mischen
  • Regelmäßige Fütterungszeiten: Verhindert leeren Magen (gelber Schaum)
  • Hochwertiges, verträgliches Futter: Auf Ihren Hund abgestimmt
  • Keine Essensreste vom Tisch: Viele menschliche Lebensmittel sind unverträglich
  • Giftige Lebensmittel sicher aufbewahren: Schokolade, Weintrauben, Zwiebeln etc.
  • Beaufsichtigung beim Spaziergang: Kein Müll, kein Aas fressen lassen
  • Keine Knochen, Stöckchen, Spielzeugteile: Fremdkörpergefahr!
  • Magendrehung-Prävention: Nach Fressen 1-2h Ruhe, mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen (besonders große Hunde!)

Besonderheiten bei Welpen und Senioren

Welpen:

Besonders gefährdet! Welpen dehydrieren sehr schnell. Schon 2-3 maliges Erbrechen kann kritisch werden. Immunsystem noch nicht ausgereift - Infekte verlaufen oft schwerer. Bei Erbrechen immer zeitnah zum Tierarzt! Auch Vergiftungen und verschluckte Spielzeugteile kommen häufiger vor.

Senioren (ab 7-8 Jahren):

Chronisches Erbrechen bei älteren Hunden sollte IMMER abgeklärt werden! Häufige Ursachen: Organerkrankungen (Niere, Leber), chronische Gastritis, Tumore. Nicht als "normales Altern" abtun - dahinter stecken oft behandelbare Erkrankungen! Je früher diagnostiziert, desto besser die Prognose.

Häufige Fragen zu Erbrechen beim Hund

Wann muss ich mit meinem erbrechenden Hund zum Tierarzt?

Bei einmaligem Erbrechen ohne weitere Symptome können Sie 24h beobachten. SOFORT zum Tierarzt bei: Blut im Erbrochenen, mehrfachem Erbrechen (3+ Mal), zusätzlichem Durchfall, Schwäche, aufgeblähtem Bauch, Verdacht auf Vergiftung oder bei Welpen. Im Zweifel lieber einmal zu viel als zu wenig!

Warum erbricht mein Hund gelben Schaum?

Gelber Schaum ist Galle und zeigt einen leeren Magen an - typischerweise morgens vor dem Fressen. Gelegentlich ist das harmlos. Bei häufigem Auftreten kann eine chronische Gastritis (Magenschleimhautentzündung) dahinterstecken. Tipp: Füttern Sie abends eine kleine Portion oder geben Sie morgens früher Futter.

Mein Hund erbricht nach dem Fressen - ist das normal?

Häufige Ursache: Zu schnelles Fressen! Der Hund schlingt, verschluckt Luft und würgt alles wieder hoch - oft frisst er es danach wieder (eklig, aber normal). Lösung: Anti-Schling-Napf, kleinere Portionen, ruhige Fütterung ohne Konkurrenz. Bleibt das Problem bestehen, kann auch Futterunverträglichkeit die Ursache sein.

Wie erkenne ich eine Magendrehung?

Magendrehung ist ein absoluter NOTFALL! Typische Symptome: Erfolgsloses Würgen (nichts kommt raus), extrem aufgeblähter harter Bauch, starke Unruhe, Hecheln, Speicheln, blasses Zahnfleisch, Schwäche/Kollaps. Betrifft vor allem große Hunde mit tiefem Brustkorb. SOFORT zum Tierarzt - jede Minute zählt! OP ist lebensrettend.

Darf ich meinem Hund nach Erbrechen Futter geben?

Nach einmaligem Erbrechen: 12-24h Futterentzug (Magen beruhigen), aber Wasser in kleinen Mengen anbieten. Danach langsam Schonkost einführen (gekochtes Hühnchen + Reis, ungewürzt). ABER: Bei mehrfachem Erbrechen nicht selbst behandeln - Tierarzt aufsuchen! Der Hund braucht ggf. Infusionen gegen Dehydration.

Was kostet die Behandlung bei Erbrechen?

Die Kosten hängen von der Ursache ab. Einfache Magen-Darm-Infektion mit Untersuchung und Medikamenten: ca. 80-150€. Mit Blutuntersuchung, Röntgen, Infusion: 200-400€. Notfall-OP bei Fremdkörper oder Magendrehung: 1.000-3.000€. Bei Notfällen zählt das Leben Ihres Tieres - die Kosten klären wir danach!

Ihr Hund erbricht?

Warten Sie nicht zu lange! Je früher wir die Ursache finden, desto besser können wir helfen. Unsere erfahrenen Tierärzte in Paderborn sind für Sie da.

Unsicher, ob es ein Notfall ist? Rufen Sie an - wir beraten Sie am Telefon!

24/7 Notdienst Tierarzt Paderborn:
05251/8786101
klinik.dk@gmx.de

Bei Erbrechen lieber einmal zu viel als zu wenig zum Tierarzt - Ihr Hund wird es Ihnen danken!

Ihre Tierärztin Dorothea Kornat
Kleintierpraxis Paderborn